World-Klapprad-Meisterschaft mit Oberlippenbart

Den b2run als Koppeleinheit habe ich bekanntlich am vergangenen Donnerstag erfolgreich absolviert. Einen Tag später dann ging es direkt  weiter nach Berlin. Der Garmin Velothon über 120 Kilometer durch Berlin und das Brandenburger Land stand auf dem Programm. Die prognostizierten Wetterverhältnisse waren aber alles andere als verlockend. Aber der Optimist in mir sagte: „Das wird schon“.

Am Freitag also gegen Mittag von der Arbeit direkt Richtung Hauptstadt. Am Abend, da freute ich mich besonders drauf, gab es ein Essen in einem schicken Lokal an der Spree. Das war die Einlösung der Wette mit Frank, die wir im Trainingslager auf Mallorca eingingen. Ich war mir sicher, der HSV schafft die Relegation, Frank hielt dagegen – und verlor. *g

Das Wetter hielt sich, es war trocken, sogar sonnig, meine Hoffnung auf ein ebensolches Wetter am Wettkampfsonntag stieg.

Für den Samstag hatte sich Frank ein “Programm“ ausgedacht. Ich war als Gast in seiner “Mucki-Bude“ zum Schwimmen und Spinning vorgemerkt. OK, warum nicht. Hätte er mir nur vorher was gesagt, hätte ich Badebux, Schwimmbrille und anderes nützliches Zeug mitgenommen. Aber ein solch ambitionierter Triathlet wie Frank hat ja von allem zu viel, also unter anderem auch zwei Schwimmbrillen und genügend Badebuxen. *g

Zuerst konnten wir in dem großzügigen Schwimmbad unsere Bahnen ziehen (Dauer 60 Minuten), bevor es dann zu meinem ersten (!) Spinningkurs meines noch so jungen Lebens kam. Die Spinning-Instructorin (was für ein Wort) ist selber Triathletin, und macht jeden Samstag mal locker zwei Trainingseinheiten hintereinander. Ich hingegen war bereits nach fünf Minuten mehr damit beschäftigt, auf die Wanduhr zu schauen (1.15 Stunden sollte der Kurs dauern) und hoffte, alles bald hinter mir zu haben. Unsere Einpeitscherin hingegen lächelte, sang teilweise bei der von ihr zusammengestellten Musik mit – während ich enorm schwitzte.

Ihre Beine bewegten sich so schnell wie bei einem Schnellvorlauf Stufe vier auf dem DVD Player. Ich schätzte, 140 Umdrehungen –  locker. Sie erklärte mir am Ende auf meine Nachfrage, dass sie in der Spitze eine Kadenz von 170 fährt. Wahnsinn! Ich war jedenfalls nach den 75 Minuten (gefühlt aber eine Ewigkeit) klitschnass und geschafft. Im Nachhinein muss ich sagen: Es hat Spaß gemacht, aber im Sommer bewege ich mich da schon lieber in der freien Natur. Die stickige warme Luft in personengeschwängerten Räumen ist nicht gerade ideal für mich als Asthmatiker.

Nicht ganz ausgeruht ging es dann zur Messe auf der Straße des 17. Juni. Es galt die Startunterlagen abzuholen, Neuheiten zu begutachten und/oder wichtige Dinge (Frank brauchte einen Helm, ich ob der zu erwartenden nassen Straßen neue Mäntel) zu kaufen.

Am Nachmittag fanden dann die World-Klapp-Meisterschaften mit Oberlippenbart statt! Kennt ihr nicht? Neben der Fußballweltmeisterschaft und den olympischen Spielen DAS Sportereignis schlechthin. Man benötigt ein herkömmliches Klapprad, gutes Aussehen, und – zwingend vorgeschrieben – einen Oberlippenbart. Es war herrlich blöd! Die Regularien erlaubten jedoch auch bei geringem Bartwuchs (Damenbart z.B.) etwas nachzuhelfen.

Der Rest ist schnell erzählt. Um 18 Uhr in einer Kneipe um die Ecke einen Tisch bestellt, ab 18 Uhr das finale Spiel um die spanische Meisterschaft (CF Barcelona vs. Atletico Madrid) und anschließend das Deutsche Pokalfinale (BVB vs. FCB) geschaut, müde ins Bett gegangen. Es schüttete bereits, und am frühen Morgen war es noch schlimmer.

Frank rief an, „wollen wir uns das antun?“ – und mit Blick auf die bevorstehenden, für mich wichtigeren Triathlonwettkämpfe und – ganz ehrlich – den Sturz aus September noch im Hinterkopf, stimmte ich der Entscheidung zu. Ein weiteres DNS in meiner Vita.

Ich habe Frank später gestanden, es war eine gute, eine vernünftige Entscheidung. Aber wenn er nicht angerufen hätte, ich wäre wohl gefahren. So aber war es ok und sicher der Gesundheit zu Liebe besser. Es war ein fieses Wetter, regnete Bindfäden, eben dieses nervige Regenwetter, welches dich langsam und schleichend bis auf die Haut durchnässt. Selbst eine Trainingsrunde von knapp 50 Kilometern, die wir nach dem Frühstück unternehmen wollten, fiel sprichwörtlich ins Wasser.  Wir sind dann gegen Mittag an die Strecke, die Straßen waren noch immer übersät mit Pfützen, obwohl es jetzt nicht mehr regnete. „Gute Entscheidung“ sagte ich im Stillen zu mir. So dachten auch Tausende andere. Ich meine gelesen zu haben, dass circa 13.000 Teilnehmer gemeldet waren, letztlich aber nur 7.600 im Ziel ankamen. Da haben etliche gehandelt wie wir.

Fazit: Berlin ist und bleibt eine Reise wert. So war ich auch nicht ganz enttäuscht, die Reise umsonst gemacht zu haben. Die Stunden zuvor waren ja ganz angenehm, und am Samstag konnte ich zwei Trainingseinheiten verbuchen. Auf der Messe habe ich mir dann am Sonntag noch etwas gegönnt: „Die Uhr, die sogar im Wasser schwimmt“ wie ich es nenne. Dazu dann in einem der nächsten Berichte mehr.

PS: In Düsseldorf war das Wochenende bestes Wetter!

 

 

 

 

 

 

 

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