AK-Sieg beim Ironman Austria: Zum zweiten Mal nach Hawaii!

Klagenfurt_2014

Jürgen Strott beim Ironman Klagenfurt 2014.

Der Ironman Austria findet fast schon traditionsgemäß eine Woche vor dem Ironman European Championship in Frankfurt statt. Deswegen schieden Kraichgau und Moret als Vorbereitungswettkämpfe für mich aus. Stattdessen nahm ich die flache ‚Drückerstrecke‘ von Ingolstadt, auch als ideale Ergänzung zum bergigen Trainingslager in der Toskana.

Geschwommen wird im Wörthersee und die letzten 1000 Meter im nur zehn Meter breiten Lendkanal. Hier kann man dann wirklich von ‚Hauen und Stechen‘ sprechen, Körperkontakt und Durchsetzungsvermögen sind unvermeidlich. Die Radstrecke ist traumhaft schön, sofern man während des Rennens ein Blick dafür haben kann. Sie führt in zwei Runden die Südseite des Wörthersees entlang zum Faakersee, über die Berge parallel zur Drau und zurück nach Klagenfurt mit insgesamt 1700 Höhenmetern. Die Laufstrecke ist dafür potteben und nimmt sich in einer doppelten Wendepunktstrecke die halbe Nordseite des Sees vor, bevor sie über das Zentrum von Klagenfurt wieder zurück führt.

Was mich besonders an Klagenfurt reizt, sind – neben der Landschaft – die kurzen Wege. Schwimmstart, Wechselzone Rad/Laufen und Ziel lassen sich alle in etwa fünf Minuten zu Fuß erreichen. Das Begleitpersonal kann Schwimmstart und -ausstieg beobachten, den Radsplit zweimal begutachten, beim Laufen bis zu 4-mal anfeuern und Zwischenstände zurufen und ist immer noch rechtzeitig beim Zieleinlauf.

Ich kannte aus dem Internet die Ergebnisse meiner Gegner und wusste, alle drei hatten z.T. mehrfach auf Hawaii an der Weltmeisterschaft teilgenommen. Jeder von Ihnen war in zumindest einer Disziplin in früheren Rennen schneller als ich es sein würde. Aber jeder hatte auch seine Schwächen. Es kam also auf die Tagesform an.

Aufgrund meines Trainningsstands erwartete ich eine Zielzeit von etwa 13 Stunden. Drei Dinge hatte ich mir vorgenommen:

– mit meiner Platzierung nicht unzufrieden zu sein, wenn ich die Zielzeit in etwa erreichte,
– beim Radfahren nicht zu überpacen. Ich wusste, nach der Hälfte des Rundkurses kommen zwei deftige, langgezogene Steigungen, die dazu verführen wollen, das Rad zu schieben,
– getreu dem Wahlspruch „Don’t walk, keep on running!“ beim Marathon bestenfalls an den Versorgungsstellen (in Österreich heißen die Labestationen) zur ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme zu gehen.

Ähnlich wie in 2010 fühlte ich mich von Anfang an wohl. Die Wassertemperatur betrug gut 20°C, die Luft etwa 15° und war auf bis zu 25° prognostiziert. Das Schwimmen verlief nach Plan – nach 1:27 Std. kam ich aus dem Wasser, was meinem Leistungsvermögen entspricht. Leider wurde die Radstrecke in der zweiten Hälfte von Regenschauern und teils heftigen Seitenwinden begleitet. Das geht auf den Schnitt! Trotzdem konnte ich noch 28,9 km/h halten und war mit 6:14 Std. auch zufrieden. Zu dem Zeitpunkt wusste ich, ich bleibe unter 13 Stunden, wenn ich durch laufe.

Der Marathon ist der Zeitpunkt, zu dem das Rennen im Kopf entschieden wird! Ich lief, wenn auch etwas langsamer als erhofft, aber ich lief. Ließ mich nicht von den Füßen beeinflussen, die mir einreden wollten, ich bekäme jetzt Blasen in den nassen Schuhen. Leider wussten sie sich zu wehren, und hoben sich nicht mehr wie gewohnt. Den ersten Stolperer konnte ich noch abfangen, aber der nächste Bürgersteig war zu hoch und auf dem Weg war Split. Den Sturz konnte ich zwar weitgehend abfangen, aber die letzte Bremsung erfolgte mit der rechten Wange. Ich muss ausgesehen haben wie Dracula. Man wollte mich verarzten, aber ich sagte, wartet bis zum Ziel. Das erreichte ich dann auch nach mühsamen 4:49 Marathon Stunden in einer Gesamtzeit von von 12:45:02 Std., 43 Minuten vor dem Zweitplatzierten. Ich bin zum zweiten Mal auf der ‚Road To Kona‘.

Übrigens, 2014 ist bislang bei keinem Ironman Rennen jemand in der Altersgruppe 70-74 unter 13 Stunden geblieben (Jahresweltbestzeit).

 

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